Anstieg gefälschter Arzneimittel


Gefahr für Verbraucher
Anstieg gefälschter Arzneimittel

1,4 Millionen gefälschte Arzneimittel haben deutsche Zollbehörden allein im ersten Halbjahr 2013 beschlagnahmt. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf dem 2. Informationsforum Arzneimittelfälschung in Berlin präsentierten das deutsche Zollkriminalamt, INTERPOL, Arzneimittelhersteller und Apotheker die Inhalte ihrer Zusammenarbeit, um Fälschungen aufzudecken und die Verbraucher besser zu schützen.

Viele Fälschungen im Internet

„Der illegale Handel mit Arzneimittelfälschungen steigt international stark an und macht einen intensiven Kampf gegen die gewissenlosen Kriminellen notwendig“, so Norbert Drude, Präsident des Zollkriminalamtes. Die Fälscher stellen nicht nur sogenannte Lifestyle-Medikamente wie Mittel gegen Erektionsstörungen her, sondern auch Medikamente gegen Krebs, HIV, Magengeschwüre, Alzheimer, Rheuma oder Bluthochdruck. Der Vertrieb geschieht in erster Linie über das Internet. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge, ist jedes zweite im Internet gekaufte Medikament eine Fälschung. Die Fälschungen enthalten oft keinen, den falschen, zu viel oder zu wenig Wirkstoff. Auch bedenkliche oder gefährliche Substanzen finden sich in den Mitteln. Die Herstellung findet nicht selten unter unhygienischen Bedingungen statt. „Patienten wissen oft nicht, welchen hohen gesundheitlichen Risiken sie sich in Folge einer Bestellung von Medikamenten aus unsicheren Internetquellen aussetzen“, warnt Prof. Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). „Es wurden mitunter lebensgefährliche Inhaltsstoffe in gefälschten Medikamenten gefunden. Die Arzneimittelkommission rät dringend, keine Arzneimittel aus dubiosen Quellen im Internet zu kaufen.“

Schutz der Verbraucher

Um den Fälschern das Handwerk zu legen, arbeiten Sicherheits- und Gesundheitsbehörden auf nationaler und internationaler Ebene zusammen. Rüdiger Klausmann von INTERPOL (International Police Organization) sagt: „Verbraucher können wir schützen, indem wir illegale Online-Shops schließen, gefälschte pharmazeutische Produkte konfiszieren und die Kriminellen vor Gericht bringen.“

Auch die Arzneimittelhersteller, Apotheker und Großhändler tragen zum Verbraucherschutz bei. Gemeinsam entwickeln sie derzeit das Sicherheitssystem securPharm, das ab 2017 europaweit Arzneimittel vor der Abgabe an Patienten in der Apotheke auf Echtheit prüft. Dabei erlaubt es ein auf den Medikamentenpackungen aufgedruckter Code, die Packungen eindeutig zurückzuverfolgen.  „Wir müssen sicherstellen, dass Patienten in Europa ihre Medikamente dauerhaft aus sicheren Quellen erhalten“, betont Richard Bergström, Generaldirektor der European Federation of Pharmaceutical Industries ans Associations (EFPIA). „Dafür brauchen wir grenzüberschreitende Systeme und Prozesse, die Fälschungen aus dem Arzneimittelvertrieb verlässlich beseitigen und kriminelle Fälscher aufspüren.“

News

Antidiabetika schützen das Herz
Antidiabetika schützen das Herz

Verringertes Infarktrisiko

Menschen mit einem Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, an einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt zu versterben – auch bei guter Stoffwechselkontrolle. Einige Antidiabetika scheinen die Gefahr dafür jedoch zu verringern.   mehr

Teenager gegen Meningokokken impfen
Teenager gegen Meningokokken impfen

Weil sie besonders gefährdet sind

Neben Säuglingen sind vor allem Jugendliche gefährdet, sich mit Meningokokken zu infizieren. Deshalb hat die STIKO jetzt ihre Impfempfehlungen aktualisiert: Alle 12- bis 14-Jährigen sollen die Meningokokkenimpfung erhalten, unabhängig davon, ob sie schon vorher dagegen geimpft worden sind.   mehr

Auf Borstenhygiene achten
Auf Borstenhygiene achten

Keimfalle Zahnbürste

Regelmäßiges Zähneputzen soll Zahnfleisch und Zähne eigentlich gesund halten. Doch achtet man dabei nicht auf die Hygiene, wird die Zahnbürste zur Keimschleuder.   mehr

Wetterfühlige Knochen gibt’s nicht
Wetterfühlige Knochen gibt’s nicht

Mythos entkräftet

Bei feuchtem Wetter wird das Rheuma schlimmer – das hat schon die Großmutter gewusst. Und auch heutzutage klagen darüber viele Menschen, die an Erkrankungen von Knochen, Muskeln oder Gelenken leiden. Doch laut einer aktuellen Untersuchung gehören wetterfühlige Knochen ins Land der Phantasie - bis auf eine Ausnahme.   mehr

Long-COVID bei Kindern
Long-COVID bei Kindern

Studie bestätigt

Long-COVID ist schon lange ein Thema bei Erwachsenen – doch sind auch die Kleinsten betroffen?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Marien-Apotheke
Inhaber Heinrich Hallatschek
Telefon 08341/9 78 40
E-Mail marien-apotheke@t-online.de