Grippeimpfung für Kinder?


Zwei Infektionen pro Winter möglich
Grippeimpfung für Kinder?

Manche Kinder erkranken in einem Winter gleich zweimal an Grippe: einmal an Influenza A und einmal an Influenza B. Vor beiden Virenstämmen schützt die Grippeimpfung. Sie ist vor allem für kranke Kinder unverzichtbar.

Einmal erkrankt, für immer immun – das gilt zwar für Masern oder Windpocken, nicht aber für Grippe. Denn ihr Erreger, das Influenzavirus, ist schwer greifbar. Der tückische Verwandlungskünstler verändert immer wieder die Eiweißstrukturen auf seiner Hülle, um das Immunsystem in die Irre zu führen. Dadurch entstehen jedes Jahr neue Virusvarianten, gegen die der Körper noch nicht immun ist.

Österreichische Studie überrascht

Selbst innerhalb einer Saison drohen mehrere Grippeerkrankungen. Österreichische Forscher untersuchten im Winter 2014/ 2015 über 640 Kinder mit Grippe. 13 der kleinen Studienteilnehmer erlitten etwa 50 Tage nach der ersten Attacke eine zweite Grippeerkrankung. Möglich ist dies, weil von dem Virus verschiedene Stämme existieren. So infizierten sich die betroffenen Kinder einmal mit dem Influenza-A- und einmal mit dem Influenza-B-Virus.

Grippeimpfung schützt Kinder vor beiden Virenstämmen

Gleichgültig, ob Influenza-A- oder -B: Die Grippeimpfung wappnet gegen beide Virusattacken. Jedes Jahr halten die Apotheken einen Impfstoff bereit, der zu den aktuell kursierenden Virusvarianten passt. In der Saison 2016/ 2017 schützt der klassische Grippeimpfstoff zum Beispiel vor den Influenza-A-Stämmen H1N1 und H3N2 und einem Influenza-B-Stamm. Seit 2013 ist zusätzlich ein Impfstoff erhältlich, der gegen vier Influenza-Virenstämmen immunisiert.

Für wen kommt die Impfung in Frage?

Die Spritze gegen Grippe ist für alle Kinder über sechs Jahren erhältlich. Für Impflinge ab zwei Jahren eignet sich ein Influenza-Impf-Nasenspray. Das Robert Koch-Institut empfiehlt die Grippeimpfung vor allem für Kinder mit chronischer Bronchitis, Stoffwechselstörungen, neurologischen Erkrankungen, Immunschwäche sowie Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Quelle: Kinder- und Jugendärzte im Netz, Journal of Infectious Diseases

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