Nahrungsergänzung im Blick: Aloe Vera


Sinn oder Unsinn?
Nahrungsergänzung im Blick: Aloe Vera

Die meisten kennen Aloe Vera vor allem als Inhaltsstoff von Cremes, Lotionen & Co. Immer öfter wird die Wüstenpflanze aber auch als Nahrungsergänzungsmittel angepriesen. Doch welchen Nutzen bringt die Anwendung „von innen“?

Nährstoffreiches Gel?

Von außen sieht die Aloe aus wie ein unscheinbarer Kaktus. Doch im Inneren verbirgt sich ein wertvolles Gel, das – glaubt man den Herstellern – die Gesundheit verbessert. Es soll zum Beispiel die körpereigene Abwehr stärken, den Körper entgiften oder die Verdauung unterstützen. Zum größten Teil besteht das Gel jedoch aus Wasser. Nur 2% sind Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Bevor das Gel bei uns als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen ist, wird es getrocknet und in Kapseln verpackt oder zu Saft verarbeitet.

Aussagekräftige Studien fehlen

Ob Nahrungsergänzungsmittel mit Aloe vera aber tatsächlich gesund sind, ist noch nicht genau untersucht. Forscher*innen vermuten jedoch, dass in den Blättern der Wüstenpflanze großes Potenzial steckt: Einige Studien deuten zum Beispiel darauf hin, dass Aloe vera vor Diabetes oder Leberschäden schützt. Doch noch fehlen aussagekräftige Studien über die Wirkungen und Nebenwirkungen der Aloe. Die in Aloe enthaltenen Anthranoide sind jedoch bereits genau untersucht. Sie wirken stark abführend und werden deshalb als Arzneimittel gegen Verstopfung verkauft.

Achtung Gesundheitsgefahr

Eines ist aber schon jetzt klar: Einige Aloe-Produkte sind gesundheitsschädlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor krebserregenden Inhaltsstoffen in den grünen Schalen der Aloe. Bevor die Blätter weiterverarbeitet werden, müssen sie deshalb sorgfältig geschält und gereinigt werden. Wer Nahrungsergänzungsmittel mit Aloe kauft, sollte deshalb auf einen vertrauenswürdigen Händler wie zum Beispiel die Apotheke setzen und keine Produkte aus ganzen Aloe-Blätter kaufen. Das gilt besonders für Aloe-Präparate, die die Darmtätigkeit anregen und abführend wirken sollen – sie enthalten besonders hohe Mengen der krebserzeugenden Moleküle.

Quellen: Verbraucherzentrale; Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart; Kumar et al. 2019; Bundesinstitut für Risikobewertung

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